Für gehörlose und hörbehinderte Menschen erfüllt der Sport oft ein sehr starkes Bedürfnis nach Kommunikation durch körperliche Aktivität. Seit über einhundert Jahren schließen sich deshalb Gehörlose und Hörbehinderte in Vereinen zusammen, um sich gemeinsam sportlich zu betätigen. Heute gibt es hierzulande über 150 Gehörlosen-Sportvereine, die 23 verschiedene Sportarten ausüben.

Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband

In Deutschland sind die Sportvereine für Gehörlose nach Bundesländern organisiert und vereinigen sich in 15 Gehörlosen-Landessportverbänden. Diese wiederum unterstehen dem Deutschen Gehörlosen-Sportverband. Dieser wurde vor beinahe einhundert Jahren (1919) offiziell in Köln gegründet, bestand aber schon inoffiziell seit 1910. Der Verband hat heute mehr als neuntausend Mitglieder. Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband hat es sich zum Ziel gemacht, gehörlosen und hörbehinderten Athleten und Athletinnen zur Chancengleichheit zu verhelfen und sie dabei zu unterstützen, Ziele für ihren Leistungswillen zu finden. Dabei soll ihre spezifische Sinnesbeeinträchtigung berücksichtigt werden.

Der Deutsche Gehörlosen-Sportverband schließt sich mit allen anderen europäischen Nationalverbänden in einem Europäischen Verband zusammen, der sich wiederum zusammen mit allen anderen kontinentalen Verbänden dem International Committee of Sports for the Deaf anschließt.

In den sechziger Jahren wurde der Gehörlosensport in Deutschland offiziell als unabhängiger Sportbetrieb in die Spitzensportförderung der Bundesrepublik aufgenommen. Gehörlosensport wird sowohl aus nationaler als auch auf internationaler Ebene betrieben. Auf beiden Ebenen gibt es verschiedene Wettbewerbe.

Die Deaflympics

Die Deaflympics sind die Olympischen Spiele für Gehörlose (deaf = taub). Sie finden alle vier Jahre statt, jeweils ein Jahr nach den Olympischen Spielen. Der Wettbewerb wird vom International Committee of Sports for the Deaf ausgetragen und war früher als Gehörlosen-Wettspiele und davor als Silent World Games for the Deaf (Stille Weltspiele der Gehörlosen) bekannt. Als das Internationale Olympische Komitee die Spiele anerkannte, erhielten sie ihren neuen Namen. Gehörlose nehmen im Übrigen nicht an den Paralympics teil.

Winter- und Sommerspiele werden abwechselnd ausgetragen. Die Anzahl der teilnehmenden Athleten und Nationen steigt ständig. Bei den letzten Winterspielen in Russland nahmen 336 Athleten und Athletinnen aus 27 Ländern teil. Bei den Sommerspielen in der Türkei in 2017 vertraten 2742 Athleten und Athletinnen 86 Länder.

Sportarten bei den Winterspielen sind Snowboarding, Curling, Eishockey sowie Alpin- und Nordisch-Ski. Bei den Sommerspielen sind zwanzig Sportarten vertreten, von Radsport, Leichtathletik, Ringen und Schwimmen, über verschiedene Ballspiele und Kampfsportarten, bis hin zu Orientierungslauf und Schießen.

Teilnahme

Die Nominierung und Entsendung der Athleten und Athletinnen zu den Deaflympics untersteht in den meisten Fällen den Nationalen Gehörlosensport-Verbänden. Viele Verbände schicken neben den besten Sportlern auch junge Talente, die durch die Teilnahme Erfahrungen für ihre weitere Laufbahn sammeln dürfen.